Theater

Die japanische Theaterkultur ist ausgesprochen vielfältig. Im Gegensatz zum westlichen Text-bezogenen Theater entstammen vor allem die klassischen Formen japanischen Theaters dem Tanz. Deshalb spielt in ihnen auch heute noch die musikalische Untermalung eine große Rolle. Man teilt sie üblicherweise in fünf Kategorien ein:

Bugaku
Das Bugaku ist ein traditioneller japanischer Tanz höfischer Natur. Heute unterhält der kaiserliche Hof eine eigene Abteilung, die durch gelegentliche Aufführungen der alten Formen dafür sorgt, dass Bugaku nicht ausstirbt. Die Darbietung ist so hochstilisiert und abstrakt, dass eine Handlung kaum mehr zu erkennen ist.

Noh
Noh gehört wie das Bugaku zum traditionellen japanischen Theater, dass aus einer Tanzform, vermutlich dem sarugaku, hervorging und im 14. Jahrhundert perfektioniert wurde. Ursprünglich rein von Männern gespielt und musikalisch begleitet (durch Trommeln, Flöte und Chorgesang), gibt es mittlerweile auch einige professionelle weibliche Noh-Darstellerinnen. Üblicherweise tragen die Hauptdarsteller eine Maske, die sehr charakteristische Merkmale aufweist und je nach Blickwinkel einen anderen Gesichtsausdruck erhält. Von ca. 250 Maskentypen sind nicht einmal ein Drittel regelmäßig in Gebrauch. Ebenso wie die verwendeten Masken etwas zum Stück aussagen, ist jede einzelne absolut festgelegte Bewegung und sogar die Bühnenausstattung bzw. die Requisiten hochstilisiert und so bleibt bleibt der Zugang des ernsten und nüchternen Noh wohl nur Kennern vorbehalten.

Kyogen
Das Kyogen entwickelte sich gemeinsam mit dem Noh vermutlich aus dem sarugaku und wird auf derselben Bühne aufgeführt, zumeist in den Pausen eines Noh-Stückes, kann aber durchaus auch für sich alleine stehen. Im Gegensatz zu Noh handelt es sich bei Kyogen um eine heitere Farce, dessen Hauptziel es ist, sein Publikum zum Lachen oder Schmunzeln zu bringen.

Alle drei Formen: Bugaku, Noh und Kyogen waren ursprünglich aristokratischem Publikum vorbehalten und zählen zum klassischen japanischen Theater, wohingegen das traditionelle Bunraku und Kabuki aus der populären Kultur Edos entstammen.

Bunraku
Das Bunraku ist das japanische Puppentheater, in dem die drei Elemente Puppe-Erzählung-Musik vor etwas über 400 Jahren zu einer Einheit verschmolzen. Die fast lebensgroßen Puppen werden zumeist von drei Spielern bewegt und verbergen ein wahres Wunderwerk an Technik. Die Bewegungen werden nicht nur von mindestens einem Shamisen-Spieler begleitet, sondern die Handlung wird auch durch einen Rezitator (Tayuu) melodiös vorgetragen. Im Gegensatz zum westlichen Puppentheater, das sich mehr für Kindertheater etabliert hat, steht das Bunraku menschlicher Theaterdarstellung in nichts nach und gilt absolut als ebenbürtig und eigene Kunstform.

Kabuki
Kabuki entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts und ist eine Theaterform, bei der nicht mehr das Stück, das viele ohnehin bereits kennen, sondern der Schauspieler im Vordergrund steht. Im Rahmen mittlerweile streng festgelegter Gesten, Bewegungen, Kostüme, Make-Up und Requisiten kann der Darsteller durchaus improvisieren und so sein Können unter Beweis stellen.

Neben diesen Formen gibt es auch noch die Kagura, eine Art Volksschauspiel, das jedoch keiner einheitlichen Form unterliegt und zumeist regional zu Festtagen zu Ehren eines Gottes aufgeführt werden.

Das moderne japanische Theater kennt das Shingeki nach westlichem Vorbild und das Shougekijou, einer Art unterhaltendem Laienschauspiel. Außerdem werden auch zahlreiche westliche Stücke (z.B. Shakespear) aufgeführt.

Aber auch LightNovels/Manga/Anime machen vor der Bühne nicht halt. So hat z.B. nicht nur Kaminaga Manabus Shinrei Tantei Yakumo zwei Stage Plays erhalten, unlängst ist auch für Uragiri wa Boku no Namae o Shitteiru ein Stage Play für Dezember 2011 angekündigt worden.